Milch – ein gesunder Nährstoffcocktail oder gefährlicher Krankheitserreger?!

Milch genießt als Lebensmittel einen guten Ruf. Jedoch wird dieser seit ein paar Jahren immer wieder in Frage gestellt. Die Forschungsergebnisse sind widersprüchlich. Ob es ratsam ist zu Milch JA oder NEIN zu sagen, kann nicht pauschal beantwortet werden.

Ich zeige euch in der Folge die wesentlichen Argumente der Milchbefürworter und auch der Milchgegner auf. Wie ihr nach dem Artikel mit eurem Milchkonsum bzw. mit dem Milchkonsum eurer Familie umgeht, entscheidet ihr selbst. Hier findet ihr aber ein paar Denkanstöße.

Argumente der Milchbefürworter

Milch und Milchprodukte gehören lt. österreichischer Ernährungspyramide zu den wesentlichen Bausteinen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung. Milchprodukte weisen eine hohe Nährstoffdichte aus. Sie versorgen unseren Körper mit wertvollen Nährstoffen:

Hochwertiges Eiweiß

das Eiweiß aus der Milch können wir besonders gut zum aufbau von körpereigenem Eiweiß verwenden. Milcheiweiß besteht zu 80 Prozent aus Kasein und zu 20 Prozent aus Molkenprotein. Mit 1/2 Liter Milch können wir bereits 30 Prozent des Gesamteiweißbedarfs decken.

Fette

Der natürliche Fettgehalt von Kuhmilch liegt durchschnittlich zwischen 3,4 und 4,5 Prozent (Unterschiede ergeben sich aufgrund der Haltung, des Gesunheitszustands, der Fütterung,..). Der Anteil der ungesättigten Fettsäuren liegt bei 30-40 Prozent, das ist im Vergleich zu anderen pflanzlichen Fetten zwar sehr gering, im Vergleich zu anderen tierischen Fetten aber recht hoch. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren ist mit 60-70 Prozente recht hoch.

Vitamine

der Gehalt an Vitaminen ist umso höher, je höher der Fettanteil ist. Milch liefert vor allem viel Vitamin B2 und B12.

Mineralstoffe

Magnesium, Kalium, Zink, Phospor und natürlich Calzium sind hier zu nennen. Eine ausreichende Zufuhr von Calzium ist vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig. Ein Calzium ist ein essentieller Bestandteil von Knochengewebe und Zahnmaterial. Bis 30 Jahre wird ein Calzium Speicher für die restlichen Jahre angelegt. Buttermilch hat einen besonders hohen Calziumgehalt. ACHTUNG: Durch eine überhöhte Zufuhr von Calzium wird die Eisenaufnahme verringert.

Zufuhrempfehlung

1/4 Liter fettarme Milch oder Milchprodukte, max. 2-3 Scheiben Käse. Mehr Käse wäre vor allem aufgrund des hohen Fettanteils bedenklich.

Das klingt ja jetzt erstmal alles ganz gut, ganz gesund. Warum brökelt das Image der Milch in den letzten Jahren:

Argumente der Milch-Gegner

Industrieprodukt

Ein wesentliches Argument der Milch Gegner liegt in der starken Verarbeitung von Milch. Früher mag Milch noch ein wertvoller Nährstoffcocktail gewesen sein. Die Milch wurde häufig direkt vom Bauern geholt. Heute ist Milch ein stark verarbeitetes Lebensmittel. Der Weg von der Kuh, über die Supermärkte auf unseren Tisch ist lang und verändert die Milch. Diese lange Verarbeitungskette verändert den Nährstoffgehalt und die Qualität. Heutzutage werden Kühe mit Kraftfutter versorgt, die die Milchleisung erhöhen sollen. Der Anteil an Omega 3 Fettsäuren verringert sich. Gerade für Personen die auf Cholesterin achten müssen, ist dies unvorteilhaft.

Milch wird gereinigt, entrahmt, erhitzt. Je haltbarer die Milch ist, desto weniger Vitamine sind enthalten.

Milchproteine und Kalzium können Krebsrisiko erhöhen

Forschungen zeigen, dass das Risiko bei Männern an Prostatakrebs zu erkranken um 30 – 50 Prozent erhöht ist, wenn sie viel Milch konsumieren. Dies ist aber noch nicht endgültig bewiesen.

Milch ist ein Wachstumsgetränk

Schauen wir uns die Säuglinge an. Sie wachsen alleine durch das Trinken der Muttermilch, und das rasant. Die Muttermilch ist die ideale Nahrung für Säuglinge. Die Frage die sich hier stellt ist, warum wir als Erwachsene noch ein Wachstumsgetränk benötigen?! Und dies dann auch noch von einer anderen Spezies. Um diese Eigenartigkeit besser zu veranschaulichen habe ich ein kurzes Beispiel für euch.

Wir trinken die Milch von Kühen, und zwar nicht von einer Kuh – sondern die Milch von unzähligen Kühen, die in einem Liter Milch enthalten sind. Das wäre als würden wir mit unseren Säuglingen in einer Spielgruppe sitzen, die Säuglinge in der Runde durchgeben und bei jeder Mama mal trinken lassen. Jede Frau hat die unterschiedlichsten Nährstoffe, die einen ernähren sich gesund, die anderen weniger gesund, die einen wohnen am Land, die anderen in der Stadt, die einen bewegen sich viel, die anderen sitzen mehr, usw. Auf unsere Säuglinge fließen auf jeden Fall unterschiedlichste Hormone, Nährstoffe und auch Schadstoffe ein. Könntet ihr euch das vorstellen?! Und dann trinken sie ja zumindest noch bei Frauen, nicht bei Tieren!!

Als Erwachsenen nehmen wir mit der Milch ein Wachstumsgetränk zu uns, obwohl wir nicht mehr wachsen. Und Wachstum im Übermaß trägt maßgeblich zum Alterungsprozess bei.

Milch und Akne

Auch hier zeigen sich in Studien Zusammenhänge. Forschungen zeigen, dass Milchtrinker ein um 44 Prozent erhöhtes Risiko haben, Hautprobleme wie Akne zu entwickeln.

Laktoseintoleranz und Unverträglichkeit von Milcheiweiß

Global gesehen vertragen die meisten Menschen Milch gar nicht. Diese Menschen können Milchzucker nicht oder in nur begrenztem Ausmaß verdauen. Milcheiweiß ist oft noch problematischer. Es kann bei Menschen, die es nicht vertragen zu chronischen Atemwegsbeschwerden, häufigen Infekten, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden führen.

Milch und Übergewicht bei Kindern

Sollten Kinder Milch trinken?

Oft wird Milch auch in Zusammenhang mit Übergewicht bei Kindern gebracht. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die natürliche Milch an sich, sondern um den Konsum von hoch verarbeiteten Milchprodukten wie Fruchtjoghurts, Süßigkeiten aus dem Milchregal (Fruchtzwerge, Milchschnitten, Maxiking), süße Milchgetränke (Molken, Fruchtbuttermilch,…). Das Problem im Zusammenhang mit Übergewicht sehe ich dabei weniger in der Milch, als in einem zu hohem Zuckerkonsum.

Fazit

Ob Milch gesund ist oder nicht lässt sich nicht eindeutig beantworten. Wie wir gesehen haben, hat sie eindeutet wichtige Nährstoffe. So ist der Calzium Anteil in der Milch unschlagbar, lediglich Grünkohl hat einen ähnlichen Anteil. Milch ist heutzutage ein hoch verarbeitetes Produkt. Wie viele der wertvollen Nährstoffe noch auf unserem Tisch landet ist fragwürdig. Ein Liter Milch enthält des weiteren nicht nur die genetischen Informationen, Hormone und Schadstoffbelastungen von einer Kuh, sondern von einer Vielzahl von Kühen.

Was hier auch noch gesagt werden muss ist, das Milch eine starke Lobby hat. Viele Studien die einen positiven Zusammenhang zwischen Milch und Gesundheit propagieren, sind von Firmen aus der Milchindustrie gesponsert. Hier lohnt es sich, stets die Auftraggeber zu überprüfen.

Wenn du Milch also nicht magst. Gratuliere. Wenn du genug Gemüse isst, kommst du auch so auf einen guten Calziumgehalt. Wenn du Milch gerne trinkst, so wie ich, dann ist es auf jeden Fall ratsam, Milch als Lebensmittel und nicht als Getränk anzusehen. Milch und Milchprodukte haben außerdem einen hohen natürlichen Fettanteil. Es schadet nicht, auf fettreduzierte Alternativen umzusteigen. Ein Glas Milch pro Tag ist in Ordnung. Bei mehreren Café Latte pro Tag könntest du allerdings überlegen, Milch einzusparen. Mittlerweile gibt es auch schon genug pflanzliche Alternativen. Ich trinke zb. auch gerne Sojamilch. Wie überall in der Ernährung gilt auch bei der Milch.

Die Dosis macht das Gift!

Eure Vera!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.